"How to be a woman- Wie ich lernte, eine Frau zu sein" von Caitlin Moran

Autor: Caitlin Moran
Seitenanzahl: 384 Seiten
Verlag: Ullstein
Preis: 16,99€
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Herzlichen Dank an Bloggdeinbuch und den Ullstein Verlag!


Als Frau hat man es nicht leicht. Bereits mit 13 fällt es schwer, durchs Leben zu kommen, wenn man dick, faul und unbeliebt ist. So ergeht es jedenfalls Caitlin Moran, die in "How to be a woman" erzählt, wie sie es selbst schaffte, sich besser aufzubauen und zur waren Feministin zu werden. Gleichzeitig erfährt man hier aber auch, wie sie über bestimmte Dinge denkt und wie lächerlich manche Frauen in bestimmten Punkten benehmen.





Sollte sie also irgendwann mal ein Schwachkopf blöd von der Seite anquatschen nach dem Motto "So so, du bist also auch Feministin. Verbrennst du denn auch deine BHs? Los sag schon, verbrennst du deine BHs?" - dann antworten Sie bitte in freundlichem Tom: "[...]B.H. ist mein Freund. [...] Mein wichtigster Halt im Leben. Jedenfalls, wenn man von diesem Balconnet-Teil von Passionata mal absieht. Das war mindestens zwei Zentimeter zu eng und hat mir immer die Blutzufuhr ins Gehirn abgeschnürt. Tja. Das hab ich dann in Benzin getaucht und vor der amerikanischen Botschaft abgefackelt."

Vermutlich hätte ich bei diesem Buch auf mein Bauchgefühl hören sollen. Der Titel klang so wundervoll vielversprechend, aber das Buch selbst ist wohl eher nichts für mich. Obwohl Caitlin Moran mit so viel Witz und Humor hier rangeht, legte ich das Buch öfter beiseite, als ich es bei anderen Büchern tue. Ich hatte das Gefühl, die Seiten würden nur so dahinschleichen und ich käme nicht voran. Manche Themen führte die Autorin zu sehr aus, schien sich zu wiederholen und machte mich bereits müde. Nach 200 Seiten überlegte ich, das Buch abzubrechen, aber das brachte ich schließlich doch nicht übers Herz, schließlich schaffte das Buch es ja trotzdem, mich zum Lachen zu bringen.

Caitlin Moran berichtete in "How to be a woman" unter Anderem über die Dinge, die sie am Frausein stören vom Waxen der Bikinizonen bis zum Tragen von Tangas und Strings. Selbst über die heutige Pornoindustrie regte sie sich auf und erzählte, wie ein vernünftiger Porno sein sollte. Gleichzeitig berichtet sie aber auch, wie sie mit all den Dingen, die nur Frauen betreffen, bereits im Alter von 13 fertig wurde. Was sie zum Beispiel tat, als sie ihre Tage bekam oder wann sie das erste Mal Sexismus zu spüren bekam. Im Laufe des Buches wird sie in ihren Erinnerungen immer älter. Bei ihrer ersten Erfahrung war sie 13, bei ihrer letzten bereits erwachsen.

Ja, das Buch brachte mich tatsächlich zum Lachen, manchmal jedoch dachte ich bloß: "Wann ist es endlich vorbei?" und das Thema, worüber Caitlin Moran in diesem Augenblick nachdachte, sprach mich so gar nicht an und interessierte mich auch nicht weiter, weil es mich nicht betraf. Caitlin Moran schrieb vollkommen ungeniert, machte vor nichts halt und benutzte auch gerne Wörter, die bei uns nicht unbedingt im alltäglichen Gebrauch vorhanden sind. "Also bitte! Das kann man auch etwas ordentlicher ausdrücken!", hätte ich ihr gerne entgegengerufen, wenn es wieder zu so einer Stelle kam. Sie hat mit diesem Buch praktisch ihr ganzes Leben preisgegeben, über das ich nun wahrscheinlich bestens informiert bin. Es fühlte sich an, als hätte ich ihr Tagebuch gelesen, was an manchen Stellen übrigens auch der Fall war, obwohl ich nicht unbedingt behaupten kann, dass Caitlins damaliges Tagebuch besonders interessant war.

Der Epilog gefiel mir an diesem Buch dann doch noch am besten, weil er das Ganze noch einmal so zusammenfasste und praktisch so geschrieben war, dass man sich vielleicht das gesamte Buch hätte sparen können, um bloß den Epilog zu lesen. Ohne den Epilog wäre das Buch einfach unvollständig gewesen. Ohne ihn wären mir nur noch die witzigen Beispiele gewesen, mit denen Caitlin Moran ausdrückte, wie man sich als Frau gegen bestimmte Dinge wehren kann.

Die beiden Farben des Covers beißen sich gewaltig. Das sieht man allerdings nur, wenn man das Buch in Händen hält. Dennoch macht es deutlich, worum es in dem Buch geht, wie auch der Titel bereits. Und obwohl mir das Originalcover besser gefällt, habe ich nichts gegen das deutsche auszusetzen, weil es mit den rosa Boxhandschuhen fast noch passender ist, als das Original, auf dem man Caitlin Moran sieht, die dort gar nicht rosa gekleidet und mit Schminke vollgekleistert ist. Denn wer sagt, dass Frauen so aussehen müssen? Das Originalcover macht deutlich, dass man eine Frau ist, wenn man eine Frau ist, und dafür nicht speziell gekleidet, geschminkt und frisiert sein muss.

Fazit: Ein Buch mit Humor, das nicht unbedingt mein Fall war, mich aber zum Lachen brachte und sicherlich etwas für Frauen ist, die sich unter Anderem gerne an ihre eigene Pubertät erinnern möchten. Sie werden sicherlich Ähnlichkeiten zu den anderen Frauen, die in diesem Buch vorkommen, entdecken und sofern einem das Genre liegt, kann einem dieses Buch sehr gut gefallen. Meinerseits ist es jedoch keine Leseempfehlung.

3 von 5 Punkten

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