"Firelight- Brennender Kuss" von Sophie Jordan

Autor: Sophie Jordan
Preis: 17,95€
Seitenanzahl: 376
Verlag: Loewe
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Jacinda liebt es, in Gestalt ihres Drakis zu fliegen. Daher erscheint es ihr auch furchtbar grausam, als ihre Mutter beschließt, mit Jacinda und ihrer Zwillingsschwester Tamra aufzubrechen und vor dem Rudel zu fliehen, um Jacindas Draki verkümmern zu lassen. Doch Jacinda möchte nicht einsehen, weshalb ihre Mutter ihr das antut. Als sie Will kennenlernt, ist sie hin und weg und möchte mehr von ihm wissen. Doch Wills Familie sind die größten Feinde der Drakis ...
In dieser Nacht, zum ersten Mal, seit wir hergezogen sind, regnet es. Ich hatte schon befürchtet, nie wieder Regen auf meiner Haut spüren zu können. Hatte geglaubt, an einen vom Rest der Welt vergessenen Ort gekommen zu sein, in dem es weder Regen noch saftiges Grün gibt und die Erde keins ihrer Lieder wispert. Doch heute Nacht öffnet der Himmel seine Schleusen und weint dicke Tränen.

"Firelight" hat mich enttäuscht. Wie das so ist bei Büchern, von denen man sich sehr viel erhofft. Man fällt förmlich in die Geschichte hinein - was mich nicht weiter störte - und landet bei Jacinda und Az, die abhauen, um zu fliegen. Am Tag. Wenn es nicht strengstens verboten wäre, zu dieser Tageszeit zu fliegen, hätten sie sicherlich jemandem von ihrem Aufenthaltort erzählt. Und so geschieht es, dass sie bald schon von Jägern verfolgt werden. Den Jägern, die schon immer Jagd auf Drakis gemacht haben, um sie an die Enkros zu verkaufen, die auf das purpurfarbene Blut und ihre glänzende Haut aus sind. Dass Jacinda von Jägern verfolgt wurde, bewegt ihre Mutter entgültig dazu, sich vom Rudel zu entfernen, mit der Begründung, das Rudel wolle Jacindas Leben vollkommen kontrollieren und sie als Zuchtstute verwenden. Denn Jacinda ist ein Feuerdraki- der Einzige ihrer Art.

Ich kann gut verstehen, dass der Umzug Jacinda ziemlich mitgenommen hat. Ausgerechnet auch noch in die Wüste, wo ihr Draki keine Chance zum Überleben hat. Aber gleichzeitig ärgerte es mich, dass sie fast schon im Selbstmitleid versank und innerlich nur jammerte und klagte, und ihre Mutter dafür hasste, was sie ihr antat. Sie tat, als wäre die Schule, auf die sie nun gehen musste, der schlimmste Ort der Welt und die Schüler dort grausame Bestien. Das kam ziemlich melodramatisch rüber für meinen Geschmack.
  Als sie dann schließlich Will wiederbegegnete, dem sie bereits einmal in den Bergen begegnet war - einer der Jäger -, als er sie verschont hatte, war das schon übertriebene Liebe auf den ersten Blick. Will schien sofort alles für sie zu sein, und ich hatte das Gefühl, als hätte Jacinda in diesem Augenblick bereits Hochzeitsplanungen gemacht. Das Ganze ging eindeutig zu schnell, es überschlug sich regelrecht. Genau wie ihre Beziehung, die sich offensichtlich innerhalb von zwei Minuten in einem Auto entwickelte, in dem sich übrigens auch Tamra befand. Die Autorin hätte es vernünftig gedeihen lassen können, sodass sie sich über Tage oder Wochen entwickelte, aber das war einfach so, als hätte Will jetzt verkündet: "Jacinda, wir sind jetzt zusammen." Und fertig ist. Genauso kam das rüber.

Generell hat Jacinda es sich unnötig schwer gemacht. Sie legte sich die Hürden selbst in den Weg und schaffte es dann nicht, hinüberzuspringen. Besonders liebgewonnen hatte ich sie während des Buches nicht. Genau wie die Liebesbeziehung zwischen Will und Jacinda. Das kam mir vor wie eine dieser 0815 Beziehungen aus den üblichen Jugendbüchern. Nicht besonders tiefgehend, ein paar Küsse ... nun ja, solche Dinge eben. Was mich auch störte, war, dass Will wieder einer dieser superperfekten Buchhelden war, die sich immer ausgerechnet in das neue Mädchen der Schule verlieben, nachdem kein anderes Mädchen bei ihnen eine Chance hatte.

Die Idee von Drakis, die sich in Menschen verwandeln können, bestimmte Fähigkeiten besitzen und von Jägern gejagt werden, ist gut, hätte aber eindeutig besser umgesetzt werden können. Jacindas Draki hätte ruhig öfter zum Vorschein kommen können, sie hätte mehr über die Geschichte der Drakis erzählen können und ganz besonders fehlte mir das komplett Andere im Gegensatz zu Menschen. So wie Sophie Jordan ihre Drakis beschrieb, stellte ich sie mir als Menschen mit Höckern auf der Nase, spitzen Gesichtszügen und Flügeln vor. Seeeehr andersartig. Genauso gut hätte sie Engel nehmen können.

Jordans Schreibstil lässt darauf deuten, dass sie bereits mehrere Bücher geschrieben hat - was ja auch der Fall ist -, aber für meinen Geschmack ist er ein wenig zu flach gehalten. Ich wusste, wie es in Jacindas Körper zuging, aber nicht, was denn mit ihren Gefühlen loswar. Was fühlte sie wann? Was genau dachte sie, als xyz passierte?

Das Buch endet offensichtlich an der unpassensten Stelle. Wie schön wäre es doch gewesen, wenn man noch hätte weiterlesen können, um zu erfahren, was danach passiert? Nach dem, was Jacinda sich wieder eingebrockt hat, was man übrigens auch hätte verhindern können. Obwohl mir das Buch nicht gefiel, bin ich dennoch am Überlegen, ob ich mir die Fortsetzung kaufe, sobald sie auf Deutsch erscheint, allein um zu erfahren, wie Jacinda diesmal wieder scheitert.
 
Fazit: Eine nette Idee, die etwas schwach umgesetzt wurde. Die Hauptprotagonistin machte es sich unnötig schwer und die Beziehung zwischen ihr und Will schien für mich zu oberflächlich und entwickelte sich eindeutig zu schnell. Sophie Jordan hätte hierraus eindeutig mehr herausholen können und aus den Drakis etwas ganz Besonderes machen können. Meinerseits keine Leseempfehlung, aber wie heißt es bekanntlich so schön? Jeder soll sich seine eigene Meinung bilden.

2,5 von 5 Punkten
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1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

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