Der Kuss des Dämons von Lynn Raven

Autor: Lynn Raven
Preis: 14,95€
Seitenanzahl: 336 Seiten
Verlag: Ueberreuter
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Die 17-jährige Dawn Warden besucht die Montgomery-High, als sie sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Julien DuCraine verliebt, doch Julien sagt ihr, sie müsse sich von ihm fernhalten, weil er gefährlich ist, doch Dawn ignoriert seine Warnungen und wird unweigerlich in etwas mit reingezogen, das ihren Tod bedeuten könnte.

"Das sagt genau der Richtige!", hielt ich gereizt dagegen. "Wer hatte denn drei Freundinnen in zwei Wochen?"
  "Zwei. Es waren zwei", korrigierte er ungerührt und erklärte mir dann mit spöttischer Nachsicht: "Und schon in der Bibel steht: Wer bittet, dem wird gegeben."


Mit der Warnung, in diesem Buch auf viele Parallelen zu Twilight zu treffen, ging ich frohen Mutes an "Der Kuss des Dämons" ran. Und nun warne ich euch: Bereits beim Schreiben der Inhaltsangabe fiel es mir schwer, nicht irgendwelche blöden Kommentare dazu abzugeben, also macht euch auf das hier bereit. Ich hatte bei diesem Buch das Gefühl in einer schlechten Sitcom gelandet zu sein, bei der allerdings die Lacher im Hintergrund fehlten. Während die ersten paar Seiten noch halbwegs erträglich waren, so quälte ich mich spätestens nach 30 Seiten durch dieses fürchterliche Buch. Glücklicherweise erwartete ich nicht zu viel- ich wäre bitter enttäuscht worden. Stattdessen hatte ich meinen Spaß. An Stellen, die scheinbar spannend und dramatisch sein sollten, standen mir die Lachtränen in den Augen, weil es einfach unglaublich lächerlich rüberkam.

Allein schon die Hauptprotagonistin Dawn nervte mich. Anfangs konnte ich ihre schnippische Haltung noch akzeptieren, doch bereits nach 50 Seiten fragte ich mich nur noch, weshalb ich mir dieses Mädchen antat. Ständig fuhr sie irgendwelche Leute an, schrie herum und benahm sich wie eine kleine, verwöhnte Zicke. Ihr wollte offensichtlich nichts in den Kopf gehen und sie brauchte ewig, um eins und eins zusammenzuzählen. Wenn sie dann so weit war, wusste sie plötzlich zu viel, was den Leser unschlüssig ließ und ich mich fragte, woher Dawn auf einmal all diese Informationen hatte. Anscheinend sollte sie sympathisch rüberkommen, doch das misslang der Autorin voll und ganz. Ich freute mich irgendwann nur noch, wenn Dawn etwas Schlimmes zustieß und verfluchte ihre Freunde, die all das über sich ergehen ließen.

Dawn und Julien sind in allen Büchern, die ich jemals gelesen habe, Rekordhalter beim Schluss machen und wieder zusammenfinden. Allein schon all die "zufälligen" Begegnungen zwischen Julien und Dawn am Anfang kamen ziemlich unrealistisch rüber. Egal, wo Dawn hinging, ich wusste immer, dass sie dort Julien antreffen würde. Immer! Und als sie dann mit Julien zusammen war, benahm sie sich, als hätten die beiden soeben geheiratet.

Ich hatte wirklich das Gefühl eine schlechte Kopie von Twilight vor mir liegen zu haben, als ich "Der Kuss des Dämons" las. "Leichte Parallelen" ist stark untertrieben. Zum Teil sagt Julien sogar genau die gleichen Dinge, die aus Edwards Mund purzeln. "Oh nein, Dawn, du musst dich auf jeden Fall von mir fernhalten, weil ich gefährlich bin." Und Dawn, der das alles einfach total egal ist. "Nein, Julien, ich weiß, dass du mir nicht wehtun wirst. Ich fühl mich so zu dir hingezogen" Wenn man denn mal davon absah, dass sie, wenn Julien mal wieder mit ihr schlussmachte, ihn als "Arschloch" und "Idiot" bezeichnete. Das erste Mal machte er übrigens noch am selben Tag mit ihr schluss und das 2. Mal wenige Tage nachdem sie wieder zusammengefunden hatten.

Ich konnte während des Lesens genau sagen, was passieren würde, als hätte ich es bereits gelesen. Es wirkte fast, als schriebe Lynn Raven genau die Stellen nieder, von denen der Leser erwarten würde, dass sie geschehen würden (wie zum Beispiel die vielen "zufälligen" Begegnungen zwischen Julien und Dawn). Manche Stellen waren einfach nur lächerlich zu lesen, als hätte ein Kind sie geschrieben. Wenn Dawn etwas wollte, ja, dann gelang es auch. Und das Dawn in Juliens Gegenwart nichts zustoßen würde, davon konnte man auch ausgehen. Wie zum Beispiel, als sie in diesem einen Theater beinahe erschlagen worden wäre und Julien ihr - obwohl er eigentlich viel zu weit weg stand - das Leben rettete, indem er sie beiseite riss. Wenn das nicht nach Twilight klingt.

Dawn findet also durch Google heraus, dass Julien ein Vampir ist. Aha. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Zum Ende hin ließen die Parallen ein wenig nach, nur um uns auf den letzten Seiten noch einmal richtig zu ärgern. Gleiche Dialoge, Krankenhausszenen und sogar der allerletzte Satz ist, sagen wir so gut wie identisch mit dem, was Bella am Ende sagt. Und damit ich dieses Buch jetzt nicht vollkommen schlecht mache, sehe ich von dem Fakt ab, dass ich Stephenie Meyers Bis(s)-Reihe gelesen habe und somit all diese Parallelen erkennen kann. Aus den Augen eines Nichtsahnenden ist das Buch plötzlich nämlich viel interessanter, obwohl das Dawn nicht zu einer netteren Person macht.

Die Übergänge von einer Szene in die nächste gingen ein wenig zu schnell für meinen Geschmack. In diesem Satz ist Dawn noch dabei, sich für den Abend dementsprechend zu kleiden und im nächsten ist sie bereits fast an ihrem Ziel. Ich ertappte mich ständig dabei, wie ich den Kopf schüttelte, mir gegen die Stirn schlug oder laut stöhnte. Ich fand das Buch so grausig, dass es mir fast schon wieder Spaß machte, es zu lesen. Der flache Schreibstil wurde nicht besser, Sätze wiederholten sich und es kam ewig nicht zur Sache. Versteht mich bitte nicht falsch, aber als ich es zuschlug, landete das gute Stück direkt einmal auf dem Boden.

Das Cover: Ein Lichtblick. Zwar hat das Mädchen auf dem Bild keine Ähnlichkeit mit Dawn, aber wenigstens ist das Teil ein Eyecatcher, weshalb es meiner Meinung nach noch lange nicht wert ist, in meinem Regal zu stehen.

Meine Hoffnungen für Band 2 und 3 sind gleich 0, ich werde sie mir jedoch dennoch antun, um herauszufinden, ob die Fortsetzungen genauso kopiert sind wie der 1. Band.

Fazit: Eine hoffnungslose Kopie mit dämlicher Hauptprotagonistin und lächerlichen Geschehnissen. Auf "Der Kuss des Dämons" hätte ich gut verzichten können, wenn auch es ziemlich amüsant ist, dieses Buch mit Twilight zu vergleichen, da man auf erschreckend viele Parallelen trifft.



 0,5 von 5 Hühnern

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4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Thanks for a marvelous posting! I quite enjoyed reading it, you happen to be
a great author.I will be sure to bookmark your blog and
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I want to encourage you continue your great writing,
have a nice evening!

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Ka Ti hat gesagt…

Bin gerade zufällig über deine Kritik gestoßen und sie hat meine Meinung total bestätigt!
Ich fand das Buch am Anfang sogar ganz okay, aber dann wurde es eeeecht furchtbar (:
Also - Einen guten Geschmack hast du :D

Vielleicht hast du ja auch mal Lust auf meinem Blog vorbei zu schauen (:
http://eselohren.blogspot.de/

Anonym hat gesagt…

Teile eure Meinung gar nicht :) die Reihe ist super, besser als Twilight (was ich auch gern gelesen habe). Im Vergleich zu Twilight steht nicht nur die unmögliche Liebe im Mittelpunkt, es passiert einfach viel mehr... und es wird richtig grausam im letzten Teil. Mein absoluter Favourit <3

Anonym hat gesagt…

Ich finde du hast recht. Ich musste das Buch von der Schule aus lesen. Es war schrecklich. Alleine die Inhaltsangabe hat zu Twilight gepasst.

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