"Everlasting- Der Mann, der aus der Zeit fiel" von Holly-Jane Rahlens

Autor: Holly-Jane Rahlens
Seitenanzahl: 432
Preis: 14,95€
Verlag: Wunderlich
Kaufen? : Everlasting- Der Mann, der aus der Zeit fiel

 
Finn lebt im Jahre 2264. Einiges hat sich verändert, viele Sprachen sind ausgestorben. Darunter auch Deutsch. Finn arbeitet seit einigen Jahren als Historiker und übersetzt alte deutsche Texte ins Englische. Als er den Auftrag bekommt, die Tagebücher eines jungen Mädchens, dass vor 250 Jahren in Berlin des 21. Jahrhunderts lebte, zu übersetzen, ist er hin und weg von der Tagebuchschreiberin, deren Wachstum ist er sozusagen mitmacht. Als er ein Virtual-Reality-Spiel testen soll, das zu dieser Zeit spielt, ist er zunächst misstrauisch, willigt schließlich aber ein. Nur seltsam, dass dieses Spiel ein wenig ZU real für ihn wirkt. Bald schon findet er heraus, was sich hinter dem Ganzen verbirgt ...

Er hatte schon angefangen, Selbstgespräche zu führen. Manchmal, wenn er am Strand spazieren ging, sagte er zu den Sandkrebsen: "Sie liebt mich, wisst ihr?", und dann huschten sie davon, um die Neuigkeit weiterzuerzählen. Wenn er schwimmen ging und zufällig an einer Qualle vorbeikam, rief er ihr zu: "He, schon gehört? Sie liebt mich!" Und die Qualle winkte lässig mit den Tentakeln: "Herzlichen Glückwunsch!" Nachts flüsterte er den Sternen zu: "Sie liebt mich. Von Herzen" Und die Sterne zwinkerten zurück.
  Aber irgendwie reichte das nicht.

 Bei diesem Buch ist meine Meinung gespalten. Zunächst einmal war da dieser furchtbare Anfang, in den ich einfach nicht reinkommen wollte und all diese ... Begriffe, bei denen ich nicht wusste, was sie denn genau bedeuteten. Finn wirkte auf mich, wie ein ganz normaler Mann, der bloß seine Familie verloren hatte und nicht genau wusste, was er wollte. Und ich hatte das Gefühl, das würde immer so weitergehen. Seltsame Wörter und Gegenstände, von denen ich keine Ahnung hatte, was sie waren. Genauso war es mir schleierhaft, was denn dieser BB (Brain Button) denn genau sein sollte.
  Alles erschien ein wenig wirr, bis Finn schließlich dieses Virtual-Reality-Spiel testen sollte. Plötzlich machte es mir mehr Spaß, dieses Buch zu lesen, da mir die Zeit, in der er sich da befand, bekannt war und ich nun sogar mehr darüber wusste, als Finn und sich der Spieß umgedreht hatte.

Alles erschien mir ein wenig platt und zu gut geregelt in Finns Zeit, als dass ich sie hätte mögen können. Die Charaktere wirkten fast schon richtig gefühlskalt und ziemlich flink auf mich, was die Lesefreude nicht unbedingt förderte. Das Personalpronomen der ersten Person war abgeschafft worden und Leute sprachen dadurch relativ seltsam. Ein Beispiel: "Dieser Reisende hätte gerne eine Berlinkarte", sagte Finn. Er sprach klar und deutlich. Er war zufrieden mit seiner Leistung. Die Frau starrte Finn an [...]. "Welcher Reisende?", fragte sie dann. "Dieser Reisende." An der Stelle im Buch, befand Finn sich im 21. Jahrhundert und hatte ganz vergessen, dass die Leute dort ganz einfach <ich> sagten. Um das erste Personalpronomen zu vermeiden, verwenden sie "Diese/r xyz"(Mann, Frau oder auch, was sie von Beruf waren, was sie im Moment waren), benutzen oft <wir> oder versuchten den Satz zu umschreiben.

Mir fehlte praktisch dauerhaft die Spannung und ich hatte das Gefühl, mir könnten jeden Moment die Augen zufallen. Es schien alles in einem Fluss niedergeschrieben zu sein und nicht besonders tiefgehend. Ich hatte am Ende ungefähr so viel übrig für Finn, wie für meine Zahnbürste. Als ich ca. die Hälfte des Buches durchhatte, war ich mir sicher, jetzt würde es einen schönen, spannenden Wendepunkt geben, aber da täuschte ich mich wohl.
  Die Idee der Autorin ist war zwar gut, aber nicht neu. Genau genommen verrät der Titel des Buches schon genau, was darin geschieht, was mir zusätzlich noch mehr Spannung nahm.

Durch die letztens Seiten musste ich mir förmlich durchquälen. Am liebsten hätte ich das Buch einfach zugeschlagen und beiseite gelegt. Dieses Ende war so furchtbar durchschaubar und ich wusste praktisch schon 100 Seiten vorher, was Finn tun würde.
  Überzeugen konnte mich dieses Buch sicherlich nicht. Jedoch kann ich hier auch nicht nur meckern. Besonders gut gefielen mir Elianas Tagebucheinträge, bei denen man selbst miterlebte, wie sie immer älter wurde, von einem unerfahrenen Mädchen zu einer jungen Frau und es war eine nette Abwechslung für mich, mich wieder in ihre Tagebucheinträge zu vertiefen. Auch witzig fand ich es, dass Finn viele Dinge aus ihrer Zeit nicht kannte. So <cloppte>(Ich würde es ein wenig mit <googlen> gleichstellen, auch wenn man beim <cloppen> deutlich bessere Ergebnisse bekommt, wie ich finde) er regelmäßig Dinge wie "Hubba Bubba" oder "DSDS" oder fragte seinen guten Freund Renko, der dem Ganzena auf den Grund gehen konnte.

Cover und Titel passen perfekt zum Buch. Man sieht ein kleines Flakon mit Everlasting, genauso, wie es im Buch beschrieben wurde. Everlasting ist der Duft, den Eliana während des Buches trägt und den Finn sehr anziehend findet. Er bekommt eine True-copy des Duftes und ist hin und weg.

Fazit: Für mich leider eine Enttäuschung. Ich hatte nur Gutes von dem Buch gehört und dann ... das.
Die Spannung, falls nicht vorhanden - wie hier - sorgt bei mir dafür, dass ich dem Buch leider allein für die Spannung 1,5 Punkte abziehen muss. Hinzu kommen noch die weiteren negativen Punkte, die wieder locker 2 Punkte abziehen und die kleinen guten Dinge an diesem Buch holen wieder mit 1,5 Punkte auf. Also bekommt das Buch von mir - wegen den oben genannten Gründen, weshalb es mir nicht so gefallen hat - nur 3 Punkte. Ich erwähne aber auch hier gerne, dass ihr euch nicht von mir abhalten sollt, es zu lesen. Hier bin ich ein absoluter Ausnahmefall und würde euch eher raten, auf die Anderen zu hören, da ich zurzeit ein ziemliches Problem mit Zukunftsbüchern habe und das mit reingespielt haben könnte.

3 von 5 Hühnern

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"Purpurmond" von Heike-Eva Schmidt

Autor: Heike Eva Schmidt
Seitenanzahl: 352
Verlag: PAN
Preis: 14,99€
Kaufen? : Purpurmond

 Cat findet im alten Drudenhaus in Bamberg einen hübschen Kupferhalsring, den sie sich aus Neugier sofort umlegt. Dazu entdeckt sie ein Stück Leder mit eingebrannter Schrift. Cat ließt laut vor, was da steht und befindet sich auf einmal im 17. Jahrhundert. Zunächst hält sie das Ganze für einen Traum, doch als sie wieder Zuhause landet und ihre Klamotten vollkommen zerschlissen sind, weiß sie, dass es Wirklichkeit war. Und zudem bekommt sie den Halsreif auch nicht mehr ab. Im Gegenteil- er wird immer enger. Damit Cat nicht erstickt muss sie noch einmal ins 17. Jahrhundert reisen und die Frau finden, die den Halsreif verflucht hat ...
Am darauffolgenden Wochenende landeten wir alle zusammen auf einer ziemlich schrägen Karaokeparty, die nur Oldies spielte und nichts aus den aktuellen Charts auf Lager hatte. Also grölte Nico den 60er-Jahre-Song "The Lion Sleeps Tonight" ins Mikro, während Anna, Caro und ich uns als Background-Sängerinnen anboten und in einem grauenhaften Falsett >a-weema-wep, a-weema-wep< jaulten.

 Bücher mit Zeitreisen kann man jedes Mal komplett neu gestalten- das beweist Heike Eva Schmidt mit ihrem - wie ich verblüfft feststellen musste - Debutfantasyroman, der einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Der Klappentext klingt womöglich schon vielversprechend, aber das ist nichts verglichen mit dem Gesamtpaket! Schmidt führt den Leser sorgsam in die Geschichte ein und denkt daran, alles genau zu erklären und direkt einmal klarzustellen, wie Cat - eigentlich Caitlin - von der Art her ist. Und nein, sie ist keine arrogante Zicke, so wie sie oft bezeichnet wird. Sie kann Bamberg bloß nicht leiden, was wohl auch nicht besonders wunderlich ist, denn sie hat vorher in Berlin gelebt. Und sie ist nahezu verwirrt, als Sina - ihre beste Feindin - sie zu einer Party im Drudenhaus einlädt, die sich doch nur als Mobbingparty herausstellt und letztendlich sperrt sie Cat dort unten ein und haut ab. Cat ist sich sicher- dafür wird Sina büßen, doch dann findet sie per Zufall diesen Halsreif und das Stück Leder mit dem Text:
"Erbarm dich mein o herre got
nach deyner grosn barmhertzigkeyt
sich herr ynn sund byn ich geborn
ynn sund enpfyng mich mein mutter"
 Und da landete sie dann auch schon im 17. Jahrhundert, jedoch nicht, ohne vorher den Text laut vorgelesen zu haben.
Mir fiel im 1.Kapitel allerdings an einer Stelle auf, dass Cat ein wenig unlogisch gehandelt hatte. Dort stand "Bald würde ein Docht nach dem anderen herunterbrennen, die Kerzenflammen verlöschen - und dann säße ich im Dunkeln." Wobei ich mich fragte, weshalb sie nicht einfach einige Kerzen auspustete, wartete bis die, die an waren, fast abgebrannt waren und dann die Kerzen, die aus waren, wieder anzündete. Dann hätten sie eindeutig länger gebrannt, aber vermutlich war mein Denken in dem Moment einfach zu logisch und Cat ist in ihrer "Notsituation" einfach nicht draufgekommen, was nicht unbedingt eine Tragödie ist, denn letztendlich kam sie ja wieder aus dem Drudenkeller raus.

Heike Eva Schmidt schrieb mit unglaublich viel Humor und Witz an diesem Buch. Sie besaß die Jugendsprache einfach perfekt und hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gedacht, Cat hätte dieses Buch höchstpersönlich geschrieben. Irgendwann lag ich nur noch da und hielt mir lachend den Bauch. Jedoch wäre das Buch nicht sehr gut dafür geeignet, in andere Sprachen übersetzt zu werden. Dafür besitzt es zu viele Insider, die man nur versteht, wenn man selbst in Deutschland lebt. Ein Beispiel: "Ich kam mir plötzlich wie ein zerrupftes Huhn vor. Ungeschminkt und in diesen unförmigen Männerklamotten war mir klar: Heidi Klums Jury hätte eute sicher kein Foto für mich." Man könnte als Italiener sicherlich wissen, das Heidi Klum diejenige von Germanys next Topmodel ist, aber woher sollte der Italiener wissen, dass man ein Foto von ihr bekommt, wenn man eine Runde weiter ist?
  Genau genommen, war mir das aber egal. Denn ich hatte mich direkt in all diese kleinen Insider verliebt. Ich konnte mich perfekt in Cat hineinversetzen und hatte bald schon das Gefühl, sie zu sein, denn ich benahm mich genau wie sie, dachte genau wie sie und redete sogar genau wie sie.

Auch wenn ich nicht genug von Cat bekommen konnte, mochte ich auch die Kapitel, die aus der Sicht von Dorothea Flock, die im 17. Jahrhundert lebte, geschrieben waren. Cat lernte sie bei einem ihrer "Ausflüge" kennen, als sie sich noch als Jungen ausgab. Doch Dorothea und sie verstanden sich sofort prächtig und bald schon "outete" Cat sich Dorothea gegenüber als Mädchen. Sie konnte nicht kontrollieren, wann sie zurück in ihre Zeit - ins Jahr 2012 - geschleudert wurde. Es geschah einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Grete Hahn spielt hier eine, wie ich finde, wichtige Rolle. Sie ist die Nachbarin von Dorothea und auch Cat lernt sie im Laufe des Buches kennen, aber auch eine in ihrer Zeit lebende Margret Haan. Als ich die Namen miteinander verglich hatte ich direkt ein misstrauisches Gefühl. War das Buch etwa ein wenig voraussehbar?
Was sich darauf entwickelte, müsst ihr selbst lesen.

Cat ist sofort von Jakob hingerissen. Er sieht toll aus, er sieht toll aus und er sieht toll aus. Das denkt sie zunächst von ihm, doch dann stellt sich heraus, dass er sogar total nett ist und an seine Mitmenschen denkt. Allerdings ist Jakobus ein Mönch und darf sich daher nicht mit Frauen einlassen. Er ist Dorotheas Bruder und umgeht gerne mal die Regeln des Klosters, um seine Schwester zu besuchen, denn seitdem ihre Mutter gestorben ist, fühlt sie sich unendlich einsam.
  Was sich aus Cat und Jakob entwickelt, werde ich hier nicht verraten.

Man erfährt ein wenig mehr über die Hexenverbrennungen, auch wenn die Autorin manche Dinge ein wenig verändert hat, was sie jedoch in in den "anmerkungen" ganz hinten im Buch erwähnt. Zudem erklärt sie auch, dass es Dorothea Flock wirklich gab, sie ihren geliebten Daniel Förg jedoch nur frei erfunden hat.
  Daniel ist im Buch der Sohn von Friedrich Förg, dem obersten Richter von Bamberg. Friedrich Förg ist ein kaltblütiger Mann, der bei den Hexenverbrennungen den Befehl gibt, das Feuer zu entzünden.
Er spielt im Buch eine sehr große Rolle, vorallem Dorothea gegenüber, aber auch Cat bekommt mit ihm zu tun. Leider nicht im positiven Sinne. Richter Förg will Dorothea zur Frau haben, doch die ist davon wenig begeistert und versucht ihm zu entkommen.

Besonders witzig fand ich es immer, wenn Cat sich in altertümlicher Sprache versuchte. Zum Beispiel, wenn ihr ein "Oh, Shit!" rausplatzte und sie das Ganze dann noch ein wenig veränderte mit "Ähm, ich meinte natürlich ..." und darin tut sie sich wirklich ausgesprochen gut.
  Aber ihr ist klar, dass sie weiterhin in 2012 leben will, auch wenn sie Dorothea, Daniel und Jakob noch so lieb gewonnen hat.
Als ich das Buch zuschlug, war ich traurig, dass es bereits geendet hatte und ich hoffte inbrünstig auf eine Fortsetzung, obwohl ich das stark bezweifle. Hier hilft es wohl nur, die Autorin selbst zu fragen.
  Dieses Buch erinnerte mich daran, wie sehr ich Bücher von deutschen Autoren liebe! Der Schreibstil ist komplett anders, als der bei den übersetzten, bei denen die Übersetzer bestimmte Satzbauarten gar nicht anwenden können, da sie den Satz ja irgendwie sachlich halten müssen und vom Inhalt her nicht vom Original abweichen sollten.

Fazit: Man verliebt sich regelrecht in dieses Buch! Ich konnte nicht genug von Cat, Dorothea, Jakob und Daniel bekommen und finde persönlich das Thema Hexenverbrennung auch sehr interessant. Und Hexenverbennungen + Zeitreisen = Perfekt spannend, witzig und romantisch!
Dieses kleine Schmuckstück ist äußerst empfehlenswert und ich kann es jedem nur ans Herz legen!

5 von 5 Punkten

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"Halo" von Alexandra Adornetto






Autor: Alexandra Adornetto
Seitenanzahl: 560 Seiten
Verlag: Rowohlt
Preis: 17,95€
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In dem verschlafenen Ort Venus Cove scheint die Welt noch in Ordnung. Doch dunkle Mächte sammeln sich, immer öfter kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Bis eines Nachts drei Engel auf der Erde landen, vom Himmel gesandt, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Fasziniert vom Leben der Menschen, mischt sich Bethany, die jüngste und unerfahrenste der drei himmlischen Geschwister, unter die Schüler der Highschool– und verliebt sich Hals über Kopf in den attraktiven Schulsprecher Xavier. Doch ihre Liebe bringt die Mission der Engel in Gefahr, denn niemand darf über ihre eigentliche Herkunft Bescheid wissen. Und schlimmer als der Zorn des Himmels ist die Bedrohung durch das Böse, das bereits ein Auge auf Bethany geworfen hat …



"Schade", kommentierte Molly. "Ich mochte seine Tattoos. Meinst du, ich sollte mir auch eins machen lassen? Ich dachte an <Leirbag>."
  "Du willst ein Tattoo mit Gabriels Namen, nur rückwärts?"
"Verdammt, ist das denn so offensichtlich? Dann muss ich mir was anderes ausdenken."

Bethany, Gabriel und Ivy sind drei Engel, die auf der Erde gelandet sind, um einer Mission nachzukommen. Sie wollen Venus Cove zu einem besseren Ort machen, die Leute Gott wieder näherbringen. Doch ausgerechnet die unerfahrene Bethany droht jetzt, alles kaputt zu machen, indem sie sich in Xavier verliebt und er in sie. Als wäre das noch nicht alles, taucht auf einmal der gutaussehende Jake Thorn an ihrer Schule auf und stellt alles auf den Kopf.
  Die Idee, die hinter diesem Buch steckt hat mir sehr gut gefallen. Adornetto hatte eine genaue Vorstellung davon, wie drei Engel aus dem Himmel sich benehmen könnten, wie sie in menschlicher Gestalt aussehen könnten, und wo ihre Unterschiede zu Menschen liegen. Sie stellte auch deutlich, dass Bethany zum Teil ziemlich naiv und dumm handelte und dabei nicht an ihre Geschwister dachte. Aber genauso machte sie klar, dass Bethanys Liebe zu Xavier schon von Beginn an sehr stark war und man sie so oder so nicht mehr aufhalten konnte.

Bethany wusste oft nicht, was sie tat, aber sie konnte die Menschen um sie herum sehr gut überreden, etwas zu tun, und ich hatte oft das Gefühl, als wäre Xavier eher ihr Schoßhündchen, als ihr geliebter Freund.
Und doch wollte sie keinen Augenblick von ihm getrennt sein. Es bereitete ihr gar körperliche Schmerzen, was man auf Seite 458 sehr gut merkte. Dort war sie nur ein paar Tage von ihm entfernt, und doch verlor sie an Gewicht, sah klein und zerbrechlich aus und lag nur noch Zuhause rum, weinte/vertrieb sich die Zeit mit ihrem Hund Phantom.

Xavier war ein 0815 Freund, das hieß- Muskulös, sportlich, unglaublich gutaussehend und ein Mädchenschwarm. Und natürlich hatte er sich ausgerechnet in Bethany verliebt, die relativ neu in Venus Cove war, nachdem es bereits unzählige von Mädchen bei ihm versucht hatte. Seine einzige Freundin war in einem Hausbrand ums Leben gekommen und Bethany musste sich mit anhören, dass er das nie richtig verkraftet hatte. Er würde sich für Bethany opfern und Trennungen legten auch ihm sehr zu.

Als Jake Thorn an die Schule kommt, sieht Bethany keine Bedrohung in ihm. Er scheint sogar sehr charmant zu sein und besonders gut im dichten. Zusammen mit ihm muss sie im Literaturkurs ein Gedicht schreiben und ist nahezu schockiert, als er "Sie hatte eines Engels Züge" als ersten Satz wählt. Doch sie redet sich ein, dass das purer Zufall ist. Mehr werde ich dazu nicht sagen.

Das Buch bekommt ca. ab Seite 427 eine interessante Wendung, die mal ein bisschen Spannung in die Geschichte mit einbringt. Obwohl ich finde, dass Bethany gefühlsmäßig ein bisschen hätte übertreiben müssen, so wie sie es ca. in der ersten Hälfte des Buches getan hatte, wie ich finde. Sie will bloß, dass Xavier nichts zustößt und auf einmal scheint es ihr egal zu sein, ob sie dabei stirbt oder nicht, obwohl sie sich eigentlich hätte bewusst sein müssen, dass Xavier höchstwahrscheinlich einen Selbstmord begehen würde, wenn Bethany wieder im Himmel wäre. Wie gesagt- sie ist ziemlich naiv.

Alexandra Adornettos Schreibstil liest sich flüssig und gut. Man fliegt über die Seiten und hat das Buch in Windeseile durch. Sie verwendete keine komplizierten Wörter, an denen man hängenbleiben konnte und benutzte normale, aber schöne Namen, was man an "Bethany", "Gabriel" und "Ivy" erkennen kann.
  Ebenfalls schrieb sie das Buch so, dass man es wunderbar in drei Teile hätte teilen können.
Der erste Teil- Bethany, Gabriel und Ivy landen auf der Erde, passen sich den Menschen an, Bethany geht zur Schule, gewinnt Freunde und lernt Xavier kennen.
Der zweite Teil- Xavier und Bethany verlieben sich ineinander und Bethany droht, ihr Geheimnis zu verraten. Mehr kann ich dazu nicht verraten.
Der dritte Teil- Jake Thorn kommt auf die Schule und wirbelt alles durcheinander, stellt Venus Cove auf den Kopf. Was genau Gabriel, Bethany und Ivy dagegen unternehmen, kann ich ebenfalls nicht sagen.

Mir war besonders Gabriel sehr sympathisch. Auch wenn ich die Tatsache, dass Molly seine Aufmerksamkeit erregen wollte, ziemlich jämmerlich fand. Sie hatte sich direkt in ihn "verguckt" und wollte nun alles Erdenkliche tun, damit er sie mochte. Sie versuchte, sich für ihn zu ändern und ein soziales Verhalten aufzubauen, doch Gabriel behandelte sie weiterhin wie eine ganz normale Freundin von Bethany. In der Fortsetzung "Hades" werden wir hoffentlich herausfinden, wie es mit Gabriel und Molly weitergeht.
  Gabriel jedenfalls, wurde von Bethany als sehr gefühlskalt beschrieben und sie sagte zu Molly, niemand "sei sein Typ". Molly meinte zu Bethany über Gabriel: "Ich weiß, dass es riskant ist, ihn zu mögen. Aber es ist ein Risiko, das ich eingehen möchte. Übrigens ist es schon längst zu spät für mich. Wie soll ich jemals einen anderen anschauen, jetzt, wo ich ihn gesehen habe?" Sie behaupetete auch, dass ihre Gefühle für Gabriel anfangs sehr oberflächlich gewesen waren, sich das aber geändert hatte und sie auf ihn reifer wirken wollte.

Im Buch spielte auch der Schulball eine sehr große Rolle. Sogut wie jedes Mädchen konnte den Abend der Abende kaum noch abwarten zu können und letztendlich schien sich auch Bethany dafür begeistern zu können und sie redete genauso gerne darüber, wie die anderen Mädchen. Ob der Abend letztendlich tatsächlich so toll war oder doch nur einfaches Rumsitzen besdeutete, müsst ihr selbst herausfinden, indem ihr dieses Buch lest

An dem Cover kann wohl kaum einer meckern. Es passt perfekt zur Geschichte. Man sieht Bethany und Xavier, auch wenn die Stelle selbst nie in dem Buch vorkam. Jedenfalls könnten Bethanys Flügel tatsächlich so aussehen, denn sie bestehen aus Federn, die man auf dem Cover gut erkennen kann.
  Es unterscheidet sich vom Originalcover nur durch die Überschrift.
Ich finde jedoch, dass man an den Blättern im oberen Teil des Covers gut erkennen kann, dass sie nicht echt sind. Weshalb haben die Designer dieses Cover einfach keine echten Blätter reingeschnitten?
Doch wie bekanntlich klarsteht, trägt das Cover nicht zur Bewertung des Buch bei. Ich bewerte das Buch vom Inhalt her, und dieser hat mir in diesem Fall gut gefallen.

Fazit: Eine nette Liebesgeschichte, die Engelfans auf jeden Fall gefallen könnte. Die Liebe zwischen Xavier und Bethany wurde hier überzeugend übermittelt und ich hatte zum Ende hin keinerlei Zweifel daran, dass sie sich wirklich liebten. Trotz einiger Schwächen bekommt das Buch 4 von 5 Punkte von mir, da Alexandra Adornetto es schaffte, einen hierran zu fesseln und ich wollte am Ende nur noch wissen, wie es weitergeht. Normalerweise bekommen fiese Cliffhanger keine so gute Bewertung von mir, aber dieses Buch hat sie wahrlich verdient.

4 von 5 Punkten

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