"Herzgespinst" von Usch Luhn

Autor: Usch Luhn
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preis: 9,99€
Verlag: Cbt
Kaufen? : Herzgespinst


Oliver und Julia kennen sich von klein auf, sind beste Freunde und gleichzeitig wie Bruder und Schwester. Doch als Oliver in die absolut beliebte Band "Underground" gelangt und deren Leadsänger wird, gerät alles ein wenig ins Schwanken. Irgendetwas scheint mit Julia nicht zu stimmen und die Ereignisse überschlagen sich. Und jedes Mal scheint Julia betroffen zu sein. Oder ist es doch ganz anders?

Was sie nun vorhatte, fiel ihr wirklich schwer. Sie würde Olliver enttäuschen müssen, und sie hasste es, wenn er traurig war. Aber es gab einfach keine andere Möglichkeit.

"Herzgespinst" von Usch Luhn ist ein Buch, bei dem ich mich frage, weshalb es in die Kategorie "Thriller" gestuft wurde. Es beginnt relativ viel versprechen - wie man es nimmt - und zeigt Julia, wie sie mit ihrem Fahrrad zu einer bestimmten Scheune fährt, während es sehr heiß ist. "Der Himmel war so blau." lädt als Einleitungssatz doch zum Weiterlesen ein, oder? Selbst wenn es nicht direkt nach einem Thriller klingt. Aber das muss es ja auch nicht auf den ersten Blick. Oder Satz. Als sich das nach 100 Seiten jedoch nicht änderte, war ich etwas verwundert. Es schien sich nur um die Band, Julia und Oliver und dies und das zu drehen. Nein, die Spannung wollte sich hier nicht wirklich mit mir anfreunden. Allerdings schaffte die Autorin es, mir genau das Gefühl von Hitze zu geben, das in den jeweiligen Momenten dort herrschte.

Was mich direkt störte, war, dass die Autorin ständig diverse Englische Begriffe verwendete, die das ganze wohl jung und flockig und etwas lockerer klingen lassen sollten. Das fand ich ziemlich übertrieben. Denn wenn ich Dinge wie "Julia cruiste mit ihrem Rad ..." lese, dann will ich mir eigentlich nur mit der flachen Hand gegen die Stirn hauen.

Oliver wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer. Auch wenn ich mich mit Julia nicht so recht anfreunden mochte, war sie diejenige, die ich eher in mein Herz schließen würde, wenn überhaupt. Oliver schien kein bisschen Ahnung von Freundschaft und Liebesbeziehungen zu haben, weswegen er sich wohl auch so daneben benahm.

Eine grobe Spannungskurve zum Buch
Die Tatsache, dass die Autorin das Spannenste auf die letzten drei Seiten quetschte, trug nicht wirklich dazu bei, dass mir das Buch besser gefiel. Es kam eher so rüber, als hätte die Autorin Zeitmangel gehabt und das Buch auf einen Schlag enden lassen müssen. Die ganze Zeit über hatte sich die Geschichte für mich nur gezogen und es war kaum etwas passiert und dann ... es war fast schon zu viel auf einmal, für meinen Geschmack. Zwar waren die Enthüllungen sehr überraschend und entsprachen überhaupt nicht dem, was ich erwartet hatten, lieferten allerdings zu viele Informationen für so wenig Seiten. Da fühlte man sich als Leser schon fast überfordert, denn die Informationen mussten ja mit Zusammenhängen verknüpft werden, von denen das Buch über verteilt erzählt wurde. Es war wie ein Puzzle, bei dessen letzte Puzzelstücke sich im letzten Kapitel befanden.

Ich bekam irgendwann das Gefühl, als wiederholten sich die Kapitel regelmäßig. Es fehlte eindeutig an Abwechslung, die vielleicht auch die Spannung ein wenig aufgemischt hätte. Dass die letzten drei Seiten sozusagen das "wichtigste" am Buch waren, musste nicht direkt bedeuten, dass man vorher nichts Anderes hätte abspielen lassen können. Es hieß jediglich, dass viele der Informationen nicht schon vorher hatten eingebaut werden können. Ich denke, dies hat die Autorin sich nicht zunutze gemacht.

Das Cover war wohl eine kleine positive Nebenwirkung des Buches. Obwohl ich nicht fand, dass es besonders gut oder überhaupt zur Geschichte passt, strahlt es doch etwas Dunkles und Misstrauisches aus. Denn würdet ihr den Apfel von dieser Hand da essen? Eher nicht, oder? Hinzu kommt, dass die Nägel der Hand eindeutig mit Nagellack lackiert sind, was darauf schließen lässt, dass die Person, die diesen Apfel hält, weiblich ist. Und da Julia die einzige weibliche Hauptperson im Buch ist, kann man leicht daraus schließen, dass sie vielleicht doch noch eine viel größere Rolle spielt, als man denken mag. Lasst euch in diesem Fall am besten überraschen, falls ihr das Buch lesen möchtet.

Fazit: Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen. Wie oben bereits genannt, fehlte es an Spannung und das bisschen davon, das herausgeholt wurde, befand sich auf den letzten drei Seiten. Dieser kleine überraschende Wendepunkt bot jedoch ein klitzekleines bisschen Abwechslung, weswegen ich dem Buch auf jeden Fall ein Punkte hinzurechnen muss.


2 von 5 Punkten

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