"Die Chroniken der Schattenjäger- Clockwork Angel" von Cassandra Clare

Autor: Cassandra Clare
Seitenanzahl: 580
Preis: 18,99€
Verlag: Arena
Kaufen? : Clockwork Angel

Tessa Gray ist heiß begehrt. Zwar ahnt sie noch nichts davon, als sie nach London kommt und von zwei geheimnisvollen Frauen mitgenommen wird, aber das ändert sich schon bald. Denn Tessa besitzt eine seltene Fähigkeit, von der sie selbst nichts wusste. Die beiden Frauen, die alle nur die dunklen Schwestern nennen, zeigen Tessa, wie sie ihre Fähigkeit einsetzt und halten das Mädchen dabei gewaltsam gefangen. Bald schon gelingt Tessa die Flucht, doch vor ihren Feinden kann sie nicht weglaufen. Wollen sie ihr überhaupt schaden?


"Ich watschle nicht wie eine Ente!"
"Ich mag Enten", lenkte Jem diplomatisch ein. "Vor allem die im Hydepark." Er warf Will einen Seitenblick zu. Beide Schattenjäger hockten mit baumelnden Beinen auf der hohen Tischkante. "Weißt du noch, wie du mich dazu überredet hast, eine Geflügelpastete an die Stockenten zu verfüttern, um herauszufinden, ob wir eine Rasse von Kannibalen-Enten züchten könnten?"
"Und sie haben sie tatsächlich verputzt!", schwelgte Will genüsslich in Erinnerungen. "Diese blutrünstigen kleinen Biester. Vertraue niemals einer Ente."
"Ich muss doch sehr bitten!", fauchte Tessa. "Wenn ihr mir nicht helfen wollt, könnt ihr genauso gut auch gehen. Ich habe eurer Anwesenheit hier nicht zugestimmt, nur um mir dann euer Geschnatter über Enten anzuhören."

Ich hatte Vieles von diesem Buch erwartet. Aber das sicherlich nicht. Dass Cassandra Clare es schaffte, mich erneut von der ersten Seite an zu fesseln, erschien mir wahrscheinlich, aber dass es ihr ebenfalls gelang, mich komplett zu überraschen, schon weniger. Der Prolog gibt dem Leser ein wenig Zeit, sich in die Geschichte einzufügen, danach geht es sofort los. Wenn man sich im ersten Kapitel noch fragt, was denn in den drei Wochen, die Tessa bei den dunklen Schwestern verbrachte, passierte, kann man beruhigt sein- all das erfährt man noch vor den 100 Seiten. Viel verblüffender finde ich es, dass Cassie es auf Anhieb schafft, mich dort anwesend fühlen zu lassen, auch wenn das Buch im Jahre 1878 spielt. Gespannt verfolgte ich also den Verlauf der Geschichte und wurde alles andere als enttäuscht. Mit "Clockwork Angel" ist Cassandra Clare ein genialer Auftakt der "Chroniken der Schattenjäger" gelungen.

Die Handlung ist sehr unvorhersehbar, wie ich finde. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass Cassandra Clare sich mit dem, was sie schrieb, selbst überrascht haben könnte. Ein paar positive Überraschungen waren es, dass sie einige Charaktere, die in den "Chroniken der Unterwelt" ebenfalls vorkamen, auch hier auftreten ließ. Charaktere, die mir bereits ans Herz gewachsen waren. Da gefiel es mir gleich viel besser, dass diese auch die Personen aus den "Chroniken der Schattenjäger" gekannt hatten, was in "City of Fallen Angels" allerdings bereits zu Wort gefallen war. Wer die Bücher bereits gelesen hat, weiß von den Auseinandersetzungen zwischen Magnus und Alec über Magnus' vorherige Liebesbeziehungen.

Der Name des Buches ergab für mich anfangs nicht besonders viel Sinn. Klockwerk Engel? Was soll das denn bitte sein?
  Da könnt ihr beruhigt sein. Es hätte vermutlich kein Titel besser gepasst, als dieser. In vielerlei Hinsichten. Einmal auf jeden Fall, dass Tessa einen Klockwerk Engel um den Hals trägt, der einst ihrer verstorbenen Mutter gehörte. Ohne ihn fühlt sie sich nicht wohl. Dann kommen jedoch auch noch andere "Kreaturen" in dem Buch vor, die keine Dämonen, keine Menschen, keine Schattenwesen und auch keine Schattenjäger sind. Diese kamen in den "Chroniken der Unterwelt" auch nicht vor. Zudem passen sie auch viel besser in Tessas Zeit.

Die Charaktere konnte ich mit anderen Charakteren aus den "Chroniken der Unterwelt" in Verbindung setzen. Will Herondale erinnerte mich stark an Jace Wayland, auch wenn Will eindeutig "dunkler" und schlechtgelaunter war, als Jace es ist. Bei Tessa Gray dachte ich direkt ein wenig an Clary Fray, obwohl die Beiden sich eher nur vom Charakter her ähneln. Das ist noch ein Punkt, den ich an diesem Buch bewundere. Cassie erschafft eine vollkommen neue Geschichte, obwohl sie immer noch in der gleichen Welt voller Dämonen und Schattenwesen spielt, dennoch aber komplett anders ist, wie auch die Charaktere. Sie haben ähnliche Charakterzüge, gleichzeitig aber auch wieder nicht. Man könnte keinen von ihnen mit einem der Charaktere aus den "Chroniken der Unterwelt" verwechseln, weil sie absolut eigen sind.

Was sich zwischen Tessa und Will entwickeln sollte, ging mir ein wenig zu langsam. Gleichzeitig war da aber auch noch Jem mit seinen tollen silbernen Haaren, für den man sofort schwärmen kann. Will lässt den "Bösen" raushängen und Jem ist für Tessa da, wenn sie sich schlecht fühlt oder auch nur, um ihr Dinge zu erklären. Eigentlich hätte Tessa sich in Jems Gegenwart wohler fühlen sollen, aber Will faszinierte sie dennoch, was ich ihr auch nicht verübeln kann (bei all den Ähnlichkeiten mit Jace geht das ja gar nicht anders). Ich hoffe inständig, dass sich in "Clockwork Prince" eine hübsche Dreiecksbeziehung entwickelt und das Buch vor Eifersucht ein wenig anschwillt (leichte Andeutungen darauf sieht man bereits im Trailer *klick* zu "Clockwork Prince")

Das Ende dieses Buches fuchst mich tierisch. Einerseits ist es nicht so schlimm wie das von "City of Fallen Angels" (siehe Rezension), andererseits will man sofort wissen, wie es weitergeht, stößt aber leider nur auf einige Anmerkungen von Cassandra Clare. Gemeiner hätte sie das Buch gar nicht beenden können. Gleichzeitig macht es sehr neugierig auf "Clockwork Prince", das auf Deutsch leider erst im August erscheinen wird. Bis dahin müssen sich Fans noch gedulden, denn der Klappentext verspricht bereits viel.

Das Cover hätte ruhig passender sein können. Ein paar Verzierungen und in der Mitte das Institut mit einer Frau davor. Nun ja, hübsch ist es, aber nicht ganz zutreffend. Man hätte irgendwo den Klockwerk Engel noch unterbringen können und vielleicht dazu ein paar Zahnräder. Auf dem Originalcover erkennt man (vermutlich) Will, den Klockwerk Engel, das Institut und ein paar Zahnräder, daher ziehe ich das Originalcover auf jeden Fall dem deutschen Cover vor.

Fazit: Spannend, überraschend und meinen Erwartungen übersteigend. Es eignet sich, "Die Chroniken der Unterwelt" vor diesem tollen Buch gelesen zu haben, damit man einiges besser versteht, aber genau genommen spielt das keine Rolle, denn "Clockwork Angel" kann jedem gefallen, der dieses Genre mag. Von mir aus eine riesige Leseempfehlung! Ich liebe es!

  5 von 5 Punkten + ♥

Folgebände:

-Clockwork Prince (erscheint August 2012 auf Deutsch, auf Englisch bereits erschienen)
-Clockwork Princess

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"How to be a woman- Wie ich lernte, eine Frau zu sein" von Caitlin Moran

Autor: Caitlin Moran
Seitenanzahl: 384 Seiten
Verlag: Ullstein
Preis: 16,99€
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Herzlichen Dank an Bloggdeinbuch und den Ullstein Verlag!


Als Frau hat man es nicht leicht. Bereits mit 13 fällt es schwer, durchs Leben zu kommen, wenn man dick, faul und unbeliebt ist. So ergeht es jedenfalls Caitlin Moran, die in "How to be a woman" erzählt, wie sie es selbst schaffte, sich besser aufzubauen und zur waren Feministin zu werden. Gleichzeitig erfährt man hier aber auch, wie sie über bestimmte Dinge denkt und wie lächerlich manche Frauen in bestimmten Punkten benehmen.





Sollte sie also irgendwann mal ein Schwachkopf blöd von der Seite anquatschen nach dem Motto "So so, du bist also auch Feministin. Verbrennst du denn auch deine BHs? Los sag schon, verbrennst du deine BHs?" - dann antworten Sie bitte in freundlichem Tom: "[...]B.H. ist mein Freund. [...] Mein wichtigster Halt im Leben. Jedenfalls, wenn man von diesem Balconnet-Teil von Passionata mal absieht. Das war mindestens zwei Zentimeter zu eng und hat mir immer die Blutzufuhr ins Gehirn abgeschnürt. Tja. Das hab ich dann in Benzin getaucht und vor der amerikanischen Botschaft abgefackelt."

Vermutlich hätte ich bei diesem Buch auf mein Bauchgefühl hören sollen. Der Titel klang so wundervoll vielversprechend, aber das Buch selbst ist wohl eher nichts für mich. Obwohl Caitlin Moran mit so viel Witz und Humor hier rangeht, legte ich das Buch öfter beiseite, als ich es bei anderen Büchern tue. Ich hatte das Gefühl, die Seiten würden nur so dahinschleichen und ich käme nicht voran. Manche Themen führte die Autorin zu sehr aus, schien sich zu wiederholen und machte mich bereits müde. Nach 200 Seiten überlegte ich, das Buch abzubrechen, aber das brachte ich schließlich doch nicht übers Herz, schließlich schaffte das Buch es ja trotzdem, mich zum Lachen zu bringen.

Caitlin Moran berichtete in "How to be a woman" unter Anderem über die Dinge, die sie am Frausein stören vom Waxen der Bikinizonen bis zum Tragen von Tangas und Strings. Selbst über die heutige Pornoindustrie regte sie sich auf und erzählte, wie ein vernünftiger Porno sein sollte. Gleichzeitig berichtet sie aber auch, wie sie mit all den Dingen, die nur Frauen betreffen, bereits im Alter von 13 fertig wurde. Was sie zum Beispiel tat, als sie ihre Tage bekam oder wann sie das erste Mal Sexismus zu spüren bekam. Im Laufe des Buches wird sie in ihren Erinnerungen immer älter. Bei ihrer ersten Erfahrung war sie 13, bei ihrer letzten bereits erwachsen.

Ja, das Buch brachte mich tatsächlich zum Lachen, manchmal jedoch dachte ich bloß: "Wann ist es endlich vorbei?" und das Thema, worüber Caitlin Moran in diesem Augenblick nachdachte, sprach mich so gar nicht an und interessierte mich auch nicht weiter, weil es mich nicht betraf. Caitlin Moran schrieb vollkommen ungeniert, machte vor nichts halt und benutzte auch gerne Wörter, die bei uns nicht unbedingt im alltäglichen Gebrauch vorhanden sind. "Also bitte! Das kann man auch etwas ordentlicher ausdrücken!", hätte ich ihr gerne entgegengerufen, wenn es wieder zu so einer Stelle kam. Sie hat mit diesem Buch praktisch ihr ganzes Leben preisgegeben, über das ich nun wahrscheinlich bestens informiert bin. Es fühlte sich an, als hätte ich ihr Tagebuch gelesen, was an manchen Stellen übrigens auch der Fall war, obwohl ich nicht unbedingt behaupten kann, dass Caitlins damaliges Tagebuch besonders interessant war.

Der Epilog gefiel mir an diesem Buch dann doch noch am besten, weil er das Ganze noch einmal so zusammenfasste und praktisch so geschrieben war, dass man sich vielleicht das gesamte Buch hätte sparen können, um bloß den Epilog zu lesen. Ohne den Epilog wäre das Buch einfach unvollständig gewesen. Ohne ihn wären mir nur noch die witzigen Beispiele gewesen, mit denen Caitlin Moran ausdrückte, wie man sich als Frau gegen bestimmte Dinge wehren kann.

Die beiden Farben des Covers beißen sich gewaltig. Das sieht man allerdings nur, wenn man das Buch in Händen hält. Dennoch macht es deutlich, worum es in dem Buch geht, wie auch der Titel bereits. Und obwohl mir das Originalcover besser gefällt, habe ich nichts gegen das deutsche auszusetzen, weil es mit den rosa Boxhandschuhen fast noch passender ist, als das Original, auf dem man Caitlin Moran sieht, die dort gar nicht rosa gekleidet und mit Schminke vollgekleistert ist. Denn wer sagt, dass Frauen so aussehen müssen? Das Originalcover macht deutlich, dass man eine Frau ist, wenn man eine Frau ist, und dafür nicht speziell gekleidet, geschminkt und frisiert sein muss.

Fazit: Ein Buch mit Humor, das nicht unbedingt mein Fall war, mich aber zum Lachen brachte und sicherlich etwas für Frauen ist, die sich unter Anderem gerne an ihre eigene Pubertät erinnern möchten. Sie werden sicherlich Ähnlichkeiten zu den anderen Frauen, die in diesem Buch vorkommen, entdecken und sofern einem das Genre liegt, kann einem dieses Buch sehr gut gefallen. Meinerseits ist es jedoch keine Leseempfehlung.

3 von 5 Punkten

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